Das magische Weltbild der Balinesen - Teil 2 von 3
von Dr. Friedrich Demolsky

Das magische Denken im Alltag der Inselbewohner

Tiere besitzen auf Bali mystische Kraefte. Bevor ein Tier zum Zwecke eines religioesen Opfers oder zur Nahrungszubereitung geschlachtet wird, wird ihm ein Opfer dargebracht und dabei werden Mantras rezitiert.

Am Tage des Tumpek Arang, der alle 210 Tage wiederkehrt, werden Opfer fuer Kuehe und Schweine dargebracht. Auf Dachrinnen und Wasserpumpen werden ebenso taeglich Opfergaben dargeboten, wie an Fluessen, Seen, Daemmen und Abflussrohren.

Der Kleidung, insbesondere jener, die mit den Sexualorganen in Beruehrung kommt, wird ebenfalls eine gefaehrliche Kraft zugeschrieben und man darf sich niemals in eine Position begeben, in der man sich unter einer solchen Kleidung befindet.

Nur ganz bestimmte Kleider sind angemessen fuer den Tempelbesuch, und eine Verletzung der Bekleidungsetikette wird oft mit unerwuenschten und unvorhersehbaren Konsequenzen geahndet.

Menstruationsblut wird eine ausserordentlich stark wirkende magische Kraft mit dem Ergebnis zugeschrieben, dass es menstruierenden Frauen nicht erlaubt ist, einen Tempel zu betreten.

Blutbefleckte Kleidung muss von der uebrigen Waesche getrennt und fern von Plaetzen getrocknet werden, an denen sich Menschen aufhalten.

Juwelen, insbesondere Ringen mit Edelsteinen, wohnen magische Kraefte inne. Es gibt kaum einen Balinesen, der nicht einen Ring traegt, wobei dessen Stein stets irgendeine spezielle magische Kraft zugeschrieben wird. Ein Gleiches gilt fuer Amulette und Talismane.

Selbstverstaendlich wird allen religioesen Gegenstaenden magische Kraft zugeschrieben. Holy Water ist eine extrem wichtige magische Substanz. Masken, welche in den unterschiedlichen religioesen Zeremonien verwendet werden, sind ausserordentliche Brennpunkte der Kraft.

Rangda- und Barong-Masken sind ganz besonders anker und muessen mit ausserordentlicher Sorgfalt behandelt werden. Sogar den ueblichen Topeng - Masken muss mit Respekt begegnet werden.

Und es gibt unzaehlige Geschichten ueber Probleme, die diese Masken verursacht haetten, weil ihnen nicht Opferungen zu den entsprechenden Zeiten dargebracht worden waeren.

Masken, welche in traditionellen Auffuehrungen benutzt werden, duerfen selbst dann nicht einfach beilaeufig behandelt werden, wenn man sie nicht als heilig betrachtet.

Musikinstrumenten und Tanzkostuemen werden regelmaessig Opfergaben dargeboten. Opferungen werden auch fuer einen Gong - vor dessen Verwendung - in einer Veranstaltung durchgefuehrt.
 

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Dieser Artikel des Autors wurde auch bei Awareness & Shamanism Wordwide und im
Shaman Magazine der Internationalen Akademie fuer Schamanismus veroeffentlicht.

 

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