Die Stadtschamanen - Teil 3 von 9
von Dr. Friedrich Demolsky

Die nobelste Aufgabe des Stadtschamanen

Der Schamane ist eine der aeltesten und langlebigsten Figuren der menschlichen Evolution.

Schamanismus ist der Ursprung von Magie, Religion und archaischen Ekstase-Techniken und hat eine ganz bemerkenswerte Zaehigkeit bezueglich seines ‘Ueberlebens’ entwickelt.

Es gibt viele Beispiele, die uns zeigen, dass der Schamanismus mit religioesen oder magischen Systemen einer gegebenen Kultur koexistieren kann, selbst wenn das auf das alte christliche Europa nicht zutrifft. Die Inquisition hat dort ganze Arbeit geleistet und viele Schamanen dem Feuer uebergeben.

Dennoch: Die meisten Heiler auf dieser Welt sind auch heute noch Schamanen! Aus dem Schamanismus gingen Theater, Religion, Magie, Kunst, Tanz, Musik und vielleicht sogar die Sprache und die Schrift hervor.

Wir finden seine Spuren in der Folklore, in vielen Braeuchen und Mythen aller Voelker, vor denen sich jene beugen, welche die unsichtbaren Kraefte als schamanische Heiler oder als Magier manipulieren koennen, aber auch jene Scharlatane und Taschenspieler, die solche Faehigkeiten bloss vorgeben, um sich damit ihr taeglich Brot zu erschwindeln.

Der westliche Mensch wendet sich seit Jahrzehnten – wie gezeigt wurde - dem Schamanismus auf seiner Suche nach Erneuerung und Vitalisierung zu. Er strebt unverkennbar nach einem neuen Weltbild, das ihm die westliche Kultur nicht anzubieten vermag.

Bis vor kurzem war der Schamanismus im Westen eine Domaene der Anthropologen und Ethnologen, die ihn als Studienobjekt betrachteten und seine Phaenomen beschrieben haben.

Aber nun scheint es so, dass der Schamanismus im Westen an Popularitaet enorm gewonnen hat.

Manager in hochgestellten wirtschaftlichen Positionen besuchen heute Wochenend-Seminare, in denen der Feuerlauf und andere schamanische Techniken vermittelt werden.

Immer haeufiger kommen erfolgreiche Unternehmer, bekannte Heilpraktiker aus den deutschsprachigen Laendern und Schueler der Akademie fuer Schamanismus zu uns nach Bali, um im Rahmen einer Studienreise in uraltes schamanisches Wissengut einzutauchen und von unseren Schamanen und traditionellen Heilern zu lernen. Bei all diesen Menschen handelt es sich um Personen, die fuer ihre Gesellschaft von grossem Nutzen sind.

Und deshalb erblicke ich die erste und nobelste Aufgabe eines Stadtschamanen darin, selbst eine ‘nuetzliche Person’ fuer seine Mitmenschen zu werden.

‘Nuetzliche Personen’ sind solche, die uns von Freunden als Ratgeber empfohlen werden, wenn wir ein bestimmtes Problem haben, sei es eine Blockade in unserem Chakrensystem, eine private oder berufliche Krisensituation, fremdartige psychische Erfahrungen oder irgend eine andere Leiche im Keller.

Es ist fuer mich noch immer erstaunlich wie viele Menschen im Westen ganz und gar ungewoehnliche psychische Erfahrungen machen - positive wie negative. Viele reden deswegen nicht mit anderen darueber, weil sie befuerchten, dass man ihnen keinen Glauben schenken wuerde, oder - in manchen Faellen – weil man ihnen vielleicht zuviel Glauben entgegen bringt, und sie deshalb in der Klappsmuehle landen.

Viele Betroffene befuerchten, dass ihre fremdartigen Erfahrungen Symptome waeren, die auf eine Stoerung in ihrem psychischen Bestand hinweisen wuerden.

Wenn Du als kuenftiger Stadtschamane derart Betroffenen vermitteln wuerdest, dass ihre diesbezueglichen Befuerchtungen voellig unzutreffend sind, da derartige Phaenomene haeufig und in vielfaeltiger Weise auftreten, dann bist Du bereits auf dem richtigen Weg, eine ‘nuetzliche Person’ fuer Deine Mitmenschen zu werden.

Lass uns nun weitere Aufgaben und moegliche Betaetigungsfelder von kuenftigen Stadtschamanen betrachten.
 

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