Einfuehrung in die Symbolik der westlichen Magie - Teil 3 von 5
von Dr. Friedrich Demolsky

Symbole der Zauberkraft : 'Der Kelch'

Die zweite magische Waffe ist der Kelch. Dieser steht hinter dem Stab auf dem Tisch des Magiers.

Betrachten wir dazu die Tarotkarte ‘As der Kelche’ genauer, um mehr ueber diese magische Waffe und ihren Symbolgehalt zu erfahren. Du siehst darauf eine Hand, die aus dem Himmel heraus kommt und einen goldenen Kelch haelt. Aus diesem Kelch fliesst das Wasser ueber in einen See mit Wassergewaechsen oder vielleicht auch in das Meer, da der Horizont die Grenze zum Himmel bildet. Ueber dem Kelch befindet sich eine weisse Taube mit einer runden Scheibe im Schnabel, welche ein Kreuzsymbol aufweist. Das Wasser fliesst in vier Stroemen gleichmaessig aus dem Kelch, aber gleichzeitig auch in vielen einzelnen Tropfen. Auf diese Weise fliesst das Wasser seinen Weg zurueck zum Meer; es kehrt dorthin zurueck, woher es einst gekommen ist.

Du erkennst sofort, dass das Bild des Kelchs ganz andere Empfindungen in Dir hervorruft, als das Bild des Stabes. Waehrend die Kraft des Stabes nach nach aussen gerichtet, ausdehnend und dynamisch ist, so weist der Kelch mit seinem typischen Hohlraum nach innen. Der Kelch ist offensichtlich dazu da, um etwas aufzunehmen und zu bergen. Seine Kraft ist demnach eine bewahrende und beschuetzende.

Wenn Du nun einen mit Fluessigkeit gefuellten Kelch imaginierst, dann wirst Du leicht erkennen, dass uns allein die Form des Kelches abverlangt, diesen ganz anders handzuhaben als den Stab. Stell Dir vor, dass Du Wasser in diesen Kelch giesst und betrachte dann wie dieses Wasser ueberfliesst. Du erkennst dabei, dass die Kraft, die sich im Kelch angesammelt hat, nach aussen draengt. Der Kelch gibt also etwas weiter, das er zuvor empfangen und eine gewisse Zeit bewahrt hat.

Ruf Dir in Erinnerung, weshalb wir den Stab als ein Symbol des Maennlichen bezeichnet haben, und Du wirst sofort erkennen, warum der Kelch ein Symbol des Weiblichen ist. Das Element des Kelches ist ganz offensichtlich das Wasser. Denke nun daran, welche Empfindungen das Wort ‘Wasser’ in Dir ausloest. Wasser steht fuer das Gefuehl, fuer unsere Empfindungen, fuer seelische Vorgaenge also, die wie das Wasser selbst formlos sind. Nur voruebergehend nehmen diese seelischen Vorgaenge eine gewisse Formhaftigkeit an, indem ihre Kraft durch das magische Wekzeug voruebergehend daran gehindert wird, zu ihrem Ursprung zurueck zu kehren.

Seit undenklichen Zeiten steht das Wasser mit der Mondkraft, mit der weiblichen Luna-Energie in Zusammenhang. Wir wissen ueber diese weibliche Kraft, dass sie nicht nur die Gezeiten bestimmt, sondern auch das Wachstum der Pflanzen, den Menstruationszyklus und den somnabulen Zustand des Mondsuechtigen ausloest und vieles mehr.

Der Magier verwendet diese magische Waffe, wenn er beabsichtigt, auf die Ebene des Gefuehls und der Emotionen, auf seelische Vorgaenge einzuwirken oder um etwas zu bewahren oder zu schuetzen.

Im naechsten Teil dieser Serie betrachten wir das Schwert des Magiers. Wir werden dabei erkennen, weshalb diese magische Waffe mit dem Element Luft in Verbindung steht.
 

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Dieser Artikel des Autors wurde auch bei Awareness & Shamanism Wordwide und im
Shaman Magazine der Internationalen Akademie fuer Schamanismus veroeffentlicht.

 

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