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Ein
talentierter Schied kann den Pamor, die Muster auf der Stahlklinge des Kris, veraendern, indem er die Bruchstellen auffuellt, die sich auf der Klinge
befinden und diese anschliessend aushaemmert. Dadurch veraendern sich die
Linien entlang der Klinge zu sog. “Inseln” oder “Satteln”.
Durch
unterschiedliche Fuellungen der Bruchstellen, koennen unterschiedliche Muster
im Pamor erzeugt werden. Ein Kris mit feinem Pamor, ist tatsaechlich ein
wertvolles Original, das von einem Schied in Handarbeit erzeugt wurde.
Abgeschlossen wird die Herstellung des Keris, in dem man die Klinge laengere
Zeit in ein Bad bestehend aus einer Mischung von Zitronensaeure und Arsen legt,
um die darauf befindlichen Maserungen hervor zu heben. Dabei bleibt die
relativ rostbestaendige Nickellegierung silbrig, waehrend sich der
kohlenstoffhaeltige Stahl dunkel verfaerbt.
Es
gibt eine grosse Menge unterschiedlicher Maserungen oder Muster (Pamor) auf
der Klinge traditioneller balinesischer Krise. Diese Muster dienen nicht nur
der Befriedigung des Auges, sondern verleihen jedem auf diese Weise
hergestellte Kris Zauberkraft und dessen Besitzer eine ganz bestimmte Macht.
Ein Keris kann ganz unterschiedliche Designs von Mustern (Pamor) aufweisen,
die als magische und aeusserst machtvolle Symbole interpretiert werden.
Die
Designs des Pamor sind auf Bali hinreichend genormt. Dies ermoeglicht es
Insidern, die sich mit diesen Designs auskennen, die Art der magischen
Kraft zu bestimmen, die in einem bestimmten Kris wirkt. Man erzaehlt sich auf
Bali, dass jemand, der einem Feind mit dem Kris Leid zufuegen will, das Design
seines Krises dem potentiellen Opfer gegenueber verbergen muss. Das Opfer
koennte ansonst das Design der Tatwaffe richtig interpretieren und darauf
abgestimmte Vorsichtsmassnahmen ergreifen, die den Plan vereiteln.
Um
die magische Kraft in einen Kris zu binden, muss der Schmied darauf achten,
dass er an den richtigen Tagen ganz bestimmte Opferungen fuer seine
Schmelztiegel, seinen Amboss und andere Werkzeuge erbringt. Ebenso muessen
waehrend des Herstellungsprozesses ganz bestimmte rituelle Handlungen
verbunden mit Opferungen fuer den noch in Bearbeitung befindlichen Kris
durchgefuehrt werden.
Nach dessen Fertigstellung, ist wieder ein spezielles
Ritual samt Opferungen erforderlich, um zu bewirken, dass sich die bereits an
die Waffe gebundene magische Kraft entfaltet.
*) Als Quelle zu diesem
Artikel diente teilweise die Broschuere des Pande I Wayan Ritug, Batuan, Bali.
Diese wurde dem Autor anlaesslich des Erwerbes seines ersten Kris vom
Genannten ueberreicht.
Pande Ritug gestattete dem Autor daraus zu zitieren.
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